Einzeltherapie

  • Systemische Einzeltherapie:
    Sie bezieht wichtige interaktionelle Aspekte mit Familienmitgliedern, Gleichaltrigen oder Freunden in die Einzeltherapie mit ein. Die systemische Therapie ist ein Verfahren, dessen Fokus auf dem sozialen Kontext psychischer Störungen liegt. Die Therapie fokussiert auf die Interaktionen zwischen Mitgliedern der Familie oder des Systems, auf die weitere soziale Umwelt und auf bedeutsame Beziehungsmuster. Da Kinder und Jugendliche in existenzieller Abhängigkeit von ihren Bezugspersonen stehen, hat die systemische Therapie in diesem Alter einen gegebenen Schwerpunkt. Sie bezieht daher (zusätzlich) auch oft die Familie in Form von Familiengesprächen mit ein.
  • Psychodynamische Therapie:
    Die tiefenpsychologisch fundierte bzw. psychodynamische Psychotherapie geht besonders auf die eher unbewussten Ursachen für Verhaltensauffälligkeiten bzw. –störungen ein. Über das gemeinsame Gespräch, aber auch Spiel, freies Zeichnen und Gestalten werden unbewusste Konflikte und daraus resultierende Beziehungsmuster erkannt und tief greifende und nachhaltige, strukturelle Veränderungen erreicht.
  • Verhaltenstherapie:
    In der Verhaltenstherapie ist das Ziel, Lernprozesse anzuregen, die eine Verhaltensveränderung bewirken. Die Behandlung setzt dabei am aktuellen Problemverhalten an. Für die Änderung des Problemverhaltens ist es besonders wichtig, zu analysieren, welche Bedingungen das Verhalten aufrecht erhalten oder vielleicht verstärken. Neues Verhalten wird in konkreten Situationen (z.B. Rollenspielen, Hausaufgaben) geübt und unterstützt.
  • Integrative Therapie (mit Spiel-, Bewegungs- u.a. Kreativelementen):
    Über kreative Elemente, wie zum Beispiel Spiel, Gestalten, Malen gelingt es vor allem jüngeren Kindern, sich und ihre Themen auszudrücken und neue Lösungen für Konflikte und Probleme zu erproben und auszuprobieren. Auch um die Ressourcen von Kindern zu fördern und anzuregen sind solche kreativen Elemente hilfreich. So kann beispielsweise das Selbstwertgefühl gestärkt werden.
  • Psychotraumatherapie:
    Belastungserlebnisse, wie zum Beispiel Unfälle, Operationen, Gewalt- oder Trennungserlebnisse können zum Teil nur schwer verarbeitet werden. Sie führen zu seelischer Verletzung, die wir „Trauma“ nennen. In der Traumatherapie helfen uns spezielle Methoden, die der Stabilisierung und Nachverarbeitung dienen. So kann ein bis dahin belastendes Ereignis integriert und im Gedächtnis abgelegt werden, ohne weiterhin schlimme Gefühle zu machen oder die Entwicklung zu blockieren.
  • EMDR-Behandlung:
    Eine spezielle Methode der Traumatherapie heißt EMDR (Eye-Movement-Desensitization and Reprocessing). Sie ermöglicht Menschen, alte Erinnerungen neu zu verarbeiten. Das Gehirn wird angeregt, Erinnerungsfragmente der Belastung zu aktivieren und erneut durchzuarbeiten. Dies wird in einen sicheren Rahmen eingebettet und unterstützt durch eine beidseitige Körperstimulation (z.B. durch Augenbewegungen oder Bewegung der rechten und linken Körperhälfte). Auf diese Weise werden die in Verbindung stehenden Gefühle „entschärft“ und integriert. EMDR ist eine effektive und wissenschaftlich anerkannte Methode für Menschen allen Alters und kann nach einzelnen Belastungen sehr rasch wirksam werden. So reichen bei Kindern nach einmaligen traumatischen Ereignissen und bei stabiler Lebenssituation oft 2-5 Stunden zur Entlastung aus, um sich wieder stabil und gesund weiter entwickeln zu können.
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